Der zugespielte Nachtrag schleicht sich langsam anschwellend in den Abgang des Publikums aus dem Saal ein. Nach einem letzten Bannspruchversuch ist „Das Buch, das 1000 Seiten hat“ in textlich alltäglicherer und musikalisch verkitschter Abwandlung auf einmal wieder da. Aus einer Revue ist der Anfang zu einem Musical geworden.
(gesprochen)
Wenn das schon was ist,
wirklich was ist,
ist das nichts.
Wenn das schon was sein soll,
wirklich was sein soll:
Kein Plansoll.
Wenn das nur soviel und nicht mehr ist:
Nicht wenig, nicht viel,
kein hinaus übers Ziel,
wenn das so ist,
wirklich so ist,
wenn das schon alles ist,
ist das nichts.
Der unbekannte Sänger / Die namenlose Sängerin:
Das Buch der tausend Seiten
Das Aufräumen der Keller und Dachböden, das keiner liebt,
man sieht nur kurz nach und kommt lang nicht zurück,
man sieht, was man sieht, und kippt hinein, in was man kippt,
Blatt um Blatt, Bild für Bild, schlichtet um, Schicht für Schicht,
gestapelt, ausgerollt, verstreut, verteilt und gepickt,
zusammengefischt, was keiner glauben kann, dass es das gab,
das Buch, das tausend Seiten hat.
Angezogen zwecks Loden, zwecks Filz und zwecks Tracht,
von kleinst an jede Hymne gesungen gehabt,
jedes Heimatlied, mit dazu möglichst viel Krach
auf alle Töpfe geschlagen, mit ihnen herumgesprungen,
nicht einer dabei hat zu seiner Ruhe gefunden,
und sehen und lesen können, was es noch alles sagt,
das Buch, das tausend Seiten hat.
Daran haben wir die längste Zeit nicht gedacht
und unseren Augen und Bildern nicht getraut: Ausgetauscht.
In den Gasthausküchen wir, im Gasthaus, wer bestellt, à la carte,
an unser’ statt: Herumgestochert darin, wieder zurückgeschickt
und ohne zu zahlen gegangen darauf, und alles nur an-
und nichts aufgegessen, wie überall anderswo auch.
Wir schlagen im Buch nach, das tausend Seiten hat.
Von den tausend Jahren erst zwölf verbraucht,
neunhundertachtundachtzig noch zu haben.
Mit Plumpsklo unser Leben auf Strohmatratzen verbracht,
wer nicht für uns ist, nur per Staatsbürgerschaft,
für den haben wir ein Rezept, dass er das woanders macht,
das Geld für die Steuern schickt und den Krankenversicherungsbeitrag,
so steht es im Buch, das tausend Seiten hat.
Das Aufräumen in den Kellern und Dachböden, das keiner mag,
gekommen lang nicht zurück, gesehen nur kurz wonach,
man sieht, was man sieht, und kippt hinein, in was man kippt,
Blatt um Blatt, Bild für Bild, schlichtet um, Schicht für Schicht,
gestapelt, ausgerollt, verstreut, verteilt und gepickt,
zusammengefischt, was keiner glauben kann, dass es das gab,
was das Buch der tausend Seiten nach allen Seiten zu sagen hat.
E n d e