Die Weitenschlager Vermurungsbodenlegende

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Es gibt Legenden und Legenden. Von den einen wünscht man sich, sie wären wahr, die anderen sind es. Vor Urzeiten, niemand weiß wann genau, befand sich unter dem Vermurungsboden von Weitenschlag einmal ein anderes Land. Vielleicht nur ein anderes Land, ohne Paläste, Schlösser, Burgen, Geheimgänge, Häuser, Gärten, Obstplantagen, Ställe, Keller, Felder, Wald, Wiesen, Menschen und ohne große und kleine Tiere. Die Gerüchte wollten aber nicht abreißen, dass es ein Land war, in dem es all das gab, bis es eines Tages unter einer Riesenmure verschwand. Das ganz Besondere daran war, es gab nirgends, nicht einmal ansatzweise, in der Nähe einen Berg. Es war daher viel wahrscheinlicher, es war ein Land voller Schätze, das zu schwer für den Boden wurde und deshalb nach und nach im Boden versank, von Staub, Sand und Erde zugeweht und zugedeckt, bis nichts mehr von ihm zu sehen war. Da es nicht schnell ging, ließen die Menschen erst mit der Zeit ihre Paläste, Schlösser, Burgen, Geheimgänge, Häuser, Ställe und Keller und ihre doppelt begrabenen geliebten Angehörigen in den Gräbern zurück. Die Schätze nahmen sie mit. Da das alles vor Urzeiten geschah, hätte nur ein gewaltiges Erdbeben das Land und seine Bauwerke wieder freilegen können. Jedenfalls, was danach noch davon zu sehen gewesen wäre.

Es gibt Gegenden und Gegenden. Die einen sind menschenleer, die anderen quellen über vor Menschen. Unter den menschenleeren gibt es diejenigen, in die man keinen Fuß setzen möchte, aber auch diejenigen, von denen man sich gar nicht vorstellen kann, was dort alles verborgen sein könnte, so dass man am liebsten jedes Gestrüpp durchstöbern und jeden Stein umdrehen würde, um ihnen Geheimnisse zu entreißen, die nie jemand zuvor für möglich gehalten hätte, und die nicht von dieser Welt, sondern von unter der Welt oder von über den Welt stammen mussten. Noch aus der Zeit, als die Welt eine Welt war, bevor sie zu einer darüber, einer dazwischen und einer darunter wurde. Für den Weitenschlager