Die Zeit der Wetterfrösche ist endgültig vorbei. An ihre Stelle sind Wetterhysteriker und Wetterberuhiger, Wetterverbesserer und Wetterverschönerer getreten. Wetterfanatiker mit stündlich nachgebesserten Wetterprognosen komplettieren die unübersichtlich gewordene Ausgangssituation für Wetterlagen. Man wird deshalb an dieser Stelle keine Wettervorhersagen über Wetterlagen finden, da jedes lokale Wetterereignis egal welche Großwetterlage jederzeit durchbrechen kann.
Je nach dem, welcher Wettervorhersageschule jemand anhängt, die einen werden aufbrechen, die anderen werden sich zu Hause verbarrikadieren. Die einen werden Stunde um Stunde warten, wie sich das Wetter in den Vorhersagen entwickelt und wann sich ein vorhergesagtes Wetter einstellt, die anderen werden sich in einem fröhlichen Durcheinander, von wetterfester bis winterfester Kleidung oder mit gerade noch etwas an, auf den Weg machen. Das eine Mal würden die einen nach ihrer Rückkehr recht gehabt haben, das andere Mal die anderen, manches Mal beide nicht und manchmal die, die erst gar nicht aus dem Haus gegangen sind. Die Hitze wäre zu groß gewesen, die Kälte wäre zu arg gewesen, der Regen wäre zu stark gewesen. In Sicherheit ist man nur, wenn man zu Hause bleibt, bis dahin reicht das Wasser nicht. Alle, die von außerhalb kommen, können es sich schon von vornherein aussuchen, ob sie kommen und festsitzen wollen oder sich erst gar nicht auf den Weg zu ihnen machen.
Folgt man den Wetterhysterikern, heißt es, hinaus ins Abenteuer, folgt man den Wetterberuhigern, Wetterverbesserern und Wetterverschönerern wird es ein Tag wie aus dem Bilderbuch: Blauer Himmel, strahlendes Wetter, leuchtende Farben, selbst ausgemalt. Folgt man den Wetterfanatikern, kommt man zu nichts anderem mehr, als Wettervorhersagen zu beobachten. Man sieht nur in den allernotwenigsten Fällen vom Bildschirm auf, ab dem Moment, ab dem die ersten schweren Tropfen auf den Bildschirm fallen oder einen der Wind mitsamt dem Mobiltelefon von den Beinen reißt. Man vergisst auch dann nicht mit den Beinen zu wippen, voller Ungeduld, wann die nächste Wetternachricht eintrifft und voller Verwunderung, warum es nicht längst genauso bei den Wetternachrichten Breaking News gibt.
Seine eigene Rolle mit allen ihren Auswirkungen spielt der Streit über die Klimakrise, der bis in die Wettervorhersagen hineinwirkt, der aber vor allem eine Frage und eine Auseinandersetzung über die Deutungen der Wetterstatistik ist, also der bereits vergangenen Wetterlagen. Wer wissen will, wie das Wetter wird, hat von nachträglichen Wetterberichten nicht den geringsten Gewinn.
Wetternachrichten am Ort selbst bringen außer Verstimmungen nichts, sie sind in den allerwenigsten Fällen so, wie sich die Menschen erwarten, dass das Wetter sein sollte.